Aachen: Bildungsstreik für die Umwelt

Schüler*innen demonstrieren für den Klimaschutz
Am 11.01.2019 versammeln sich Schüler*innen, Studierende und Azubis um 10 Uhr auf dem Aachener Markt. Statt in die Schule oder in die Uni zu gehen, treten die jungen Menschen in den Streik: Sie fordern echten Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg von den Politiker*innen. Wie seit Mitte Dezember werden diesen Freitag wieder deutschlandweit Bildungsstreiks für den Klimaschutz unter dem Namen „Fridays for Future“ stattfinden.
“ Der Klimawandel bedroht unsere Existenz. Seit 30 Jahren wird geredet und viel zu wenig gehandelt. Das ist uns zu wenig!”, sagt Rosa, Schülerin der Freien Waldorfschule Aachen. “Deshalb streiken wir, bis die Politik handelt.”
“ Die Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise sind längst vorhanden”, fügt Johanna von der Maria-Montessori-Gesamtschule Aachen hinzu, “trotzdem verändert sich zu wenig. Warum sollen wir noch in die Schule gehen, wenn unsere Zukunft von den ‘Erwachsenen’ tagtäglich aufs Spiel gesetzt wird?”
Auch Sam, Student an der RWTH Aachen, stimmt ihr zu: “Der Klimawandel wartet nicht auf meinen Bachelor. Der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt!”
Begonnen hat die weltweite Bewegung des “Climate Strike” mit der 15-jährigen Greta Thunberg. Die Schwedin geht seit August 2018 mindestens einmal die Woche nicht in die Schule, sondern setzt sich mit ihren Schulbüchern vor das Parlament, um die Regierung aufzufordern, sich konsequenter für den Klimaschutz einzusetzen. Sie streikt die Schule, um maximale Aufmerksamkeit auf das Klimathema zu lenken – und das mit vollem Erfolg. Weltweit berichteten Medien über ihre Aktion und sie inspirierte viele Schüler*innen in anderen Ländern. So gibt es jetzt Schulstreiks für das Klima in Australien, Dänemark und auch in Deutschland.
Auch in den nächsten Wochen hat Fridays for Future Aachen weitere Aktionen geplant. Streiks sollen jeden Freitag stattfinden. Ausserdem gibt es eine gemeinsame Fahrt zur bundesweiten Demonstration am 25.01.2019 in Berlin.
Wir laden alle Interessierten und Pressevertreter*innen herzlich zu unserem Streik am Freitag ein und stehen gerne zu weiteren Fragen bereit. Sie erreichen uns unter folgenden Adressen:
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Lausitzer-Kohle-Rundbrief vom 27. Dezember 2018

Brunicowy Rozglěd

Rundbrief vom 19.12.2018

  1. Lausitzer Waldspaziergang am 30. März 2019
  2. Will Woidke die Öffentlichkeit über Kohleausstieg täuschen? – Keine bis 2040 reichenden Tagebau-Genehmigungen in Brandenburg
  3. Brandenburgische Steuerzahler fördern tschechischem Milliardär eine „big battery“
  4. Stadt Leipzig will ihre Fernwärmeversorgung von Braunkohle unabhängig machen
  5. Rechtsgutachten des BMU zu Kraftwerksabschaltungen
  6. Kein Entschädigungsanspruch für Verkleinerung von Tagebauen

1. Lausitzer Waldspaziergang am 30. März 2019

Die Umweltgruppe Cottbus lädt schon jetzt für Sonnabend, den 30. März zu einem öffentlichen Waldspaziergang in der Lausitz ein. Nachdem wir vor einigen Wochen die Klimapilger durch das Vorfeld des Tagebaues Jänschwalde bis zum bedrohten Wald bei Taubendorf begleitet haben, sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass noch viel mehr Menschen direkt vor Ort sehen sollten, wie der Tagebau die Landschaft Schritt für Schritt zerstört. Wir sorgen für sachkundige Erklärungen entlang des Weges. Und natürlich wird es auch Möglichkeiten geben, seine Meinung zum Gesehenen auszudrücken! Wir treffen uns voraussichtlich um 11:30 Uhr, Details zu Treffpunkt und Strecke folgen. Da es schon viele Nachfragen gab: Am ersten Sonntag im Januar findet keine Protestveranstaltung statt.

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Nebel und Verwüstung: die Klimapilger liefen hier nicht nach Mordor, sondern durch das Vorfeld des Tagebaues Jänschwalde (Foto: C. Seidel)

2. Will Woidke die Öffentlichkeit über Kohleausstieg täuschen? – Keine bis 2040 reichenden Tagebau-Genehmigungen in Brandenburg

Am Montag (17.12.) behauptete der brandenburgische Ministerpräsidenten Woidke in der Landespressekonferenz, derzeitige Braunkohle-Genehmigungen würden bis 2040 laufen würden und ein früherer Ausstieg Entschädigungen an die Betreiber erfordern. Tatsächlich will der Tagebaubetreiber LEAG die bisher genehmigten Tagebaue Jänschwalde bis 2023 und Welzow-Süd I bis 2033 betreiben. Braunkohle-Genehmigungen bis 2040 gibt es in Brandenburg nicht. Es stellt sich die deshalb Frage, ob Herr Woidke die Öffentlichkeit bewusst täuschen will. Oder will die Landesregierung noch extra weitere Genehmigungen erteilen, um der LEAG Schadensersatz-Ansprüche zu verschaffen.

Anfang des Jahres 2018 genehmigte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe eine zeitliche Verlängerung des Rahmenbetriebsplanes für den Tagebau Welzow-Süd Teilfeld I, dessen Betrieb laut Antrag der LEAG „voraussichtlich Ende 2033 abgeschlossen sein wird“. Beim zweiten brandenburgischen Tagebau Jänschwalde ist der 1994 genehmigte Rahmenbetriebsplan bis zum Jahr 2019 befristet, eine Verlängerung über 2019 hinaus ist bisher von der LEAG nicht beantragt worden. Die LEAG hat jedoch angekündigt, diesen Tagebau noch bis 2023 betreiben zu wollen. Ein bergrechtlicher Antrag zum Abbau des Kohlefeldes Welzow-Süd II existiert bisher nicht.

Zudem ist juristisch umstritten, ob genehmigte Rahmenbetriebspläne ausreichen, um einen Schadenersatzanspruch zu begründen. Die einzelnen Jahresscheiben der Tagebaue müssen gesondert als Hauptbetriebspläne genehmigt werden. Die Genehmigung ist nach § 55 Bundesberggesetz beispielsweise dann zu versagen, wenn durch den Tagebau gemeinschädliche Einwirkungen zu erwarten sind. Genehmigungen von Kraftwerken haben grundsätzlich keine festgelegten Laufzeiten, auf die sich Woidke bezogen haben könnte.

3. Brandenburgische Steuerzahler fördern tschechischem Milliardär eine „big battery“

Am 17. Dezember kündigte die LEAG in Schwarze Pumpe die Investition in eine 50 Megawatt-Batterie direkt am Kraftwerk Schwarze Pumpe an. Durch die Zwischenspeicherung von Strom soll das verschleißintensive rauf- und runterregeln des Kraftwerkes vermindert werden.
Stromspeicher gehören zur Energiewende, wenn sie erneuerbare Energien zwischenspeichern, bis sie gebraucht werden. Speicherkapazitäten zu bauen und sie dann für Braunkohlestrom zu nutzen, steht diesem Ziel offensichtlich entgegen. Ist die Batterie billiger als der Kraftwerksverschleiß, kann der Betreiber natürlich auf eigene Kosten speichern – aber nicht nicht den Steuerzahler damit belästigen. Doch in Brandenburg soll genau das passieren: Mit 4 Millionen Euro will das Land Brandenburg das Projekt fördern. Moment mal, war Wirtschaftsminister Steinbach nicht bis zu seiner Ernennung im LEAG-Aufsichtsrat? Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Bauen soll die große Batterie laut Presseberichten das Energieunternehmen Egem aus dem tschechischen Budweis. Nicht zufällig ein tschechisches Unternehmen, sondern eine Tochterfirma der EPH-Tochter EP Industries. Auf diese Weise bleibt noch mehr vom deutschen Steuergeld in den Taschen des Milliardärs Křetinský.

Die Lausitzer Rundschau vom 18. Dezember lobte das Projekt in so hohen Tönen, dass Fakten dabei auf der Strecke blieben. So wurde das Projekt zu „Deutschlands größtem Speicher“ erklärt und Schwarze Pumpe zum „modernsten LEAG-Kraftwerk“. Bisher lobte die LEAG jedenfalls den zehn Jahre jüngeren Block in Boxberg als ihr modernstes Kraftwerk und mindestens zweiundzwanzig deutsche Pumpspeicherwerke sind nach wie vor deutlich größere Speicher, aber recherchieren ist vielleicht nicht jedermanns Sache.

4. Stadt Leipzig will ihre Fernwärmeversorgung von Braunkohle unabhängig machen

Wie die Leipziger Stadtverwaltung am 5. Dezember auf ihrer Internetseite mitteilte, will sich die Stadt bei der Wärmeversorgung unabhängig von der Braunkohle machen. Ein in den vergangenen Monaten durch die Leipziger Stadtwerke erarbeitetes Zukunftskonzept für die nachhaltige Wärmeversorgung Leipzigs kommt zu dem Ergebnis, dass ein Verzicht auf Fernwärme aus dem Braunkohlekraftwerk Lippendorf technisch machbar ist. Das Kraftwerk im mitteldeutschen Kohlerevier gehört zur Hälfte der LEAG, die ansonsten die Lausitzer Kraftwerke und Tagebaue betreibt.

„Wir wollen in Leipzig ein klares Signal setzen: Es ist möglich, eine 600.000-Einwohner-Stadt ohne Braunkohle zu versorgen“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung. Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft erklärt: „In unserem Zielportfolio setzen wir auf einen Technologiemix aus solarthermischen und Biomasseanlagen ebenso wie gasbasierten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Darüber hinaus werden Speichertechnologien eine zunehmende Rolle in der Fernwärmeversorgung spielen, die die Wirtschaftlichkeit unseres Erzeugungsparks weiter erhöhen.“ Dabei haben die Stadtwerke bereits mit der Weiterentwicklung des Fernwärmesystems begonnen und im vergangenen Jahr an vier Standorten in Leipzig kompakte Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen. Zwei weitere folgen 2019. Durch moderne Anlagen mit ihren besseren und damit wirtschaftlicheren Wirkungsgraden „gewährleisten wir, dass durch die Umstellung der Wärmeerzeugung im Vergleich zur bisherigen Versorgung aus dem Kraftwerk Lippendorf keine höheren Preise auf die Leipzigerinnen und Leipziger zukommen“, betont Rogall.

Auf Wunsch des Stadtrats wurde auch die Machbarkeit eines Ausstiegs aus dem Liefervertrag mit dem Kraftwerk Lippendorf von den Stadtwerken geprüft. Die Ergebnisse des Prüfauftrages werden in den Ausschüssen beraten. Erste Entscheidungen stehen im Frühsommer 2019 an.

5. Rechtsgutachten des BMU zu Kraftwerksabschaltungen

Das Bundesumweltministerium hat vor wenigen Tagen ein Gutachten mit dem Titel „Klimaschutz und die rechtliche Zulässigkeit der Stilllegung von Braun- und Steinkohlekraftwerken“ veröffentlicht. Darin kommen die Rechtsanwälte Prof. Schomerus und Rechtsanwalt Franßen unter anderem zu folgenden wesentlichen Ergebnissen:

Dem Gesetzgeber ist verfassungsrechtlich gestattet, den Betrieb von Kraftwerken vorzeitig einzustellen. Er darf auch in geltende Genehmigungen eingreifen.
Regelungen über Kraftwerksstilllegungen sind keine Enteignung, sondern Inhalts- und Schrankenbestimmungen des Eigentums. Grundsätzlich besteht daher kein Entschädigungsanspruch wegen der Stilllegung eines Kohlekraftwerks.

Der Gesetzgeber ist aber verpflichtet, die wirtschaftlichen Nachteile der betroffenen Unternehmen so gering wie möglich (das heißt ohne Abstriche bei den gesetzlich verfolgten Zielen) zu halten und Belastungen gleichmäßig zu verteilen. Differenzierungen sind bei Vorliegen sachlicher Gründe gerechtfertigt.
Das BMU hatte das Gutachten im Januar 2018 im Zusammenhang mit dem Klimaschutzplan 2025“ vergeben. Es wurde Mitte November 2018 vorgelegt und erst jetzt hier veröffentlicht.

6. Kein Entschädigungsanspruch für Verkleinerung von Tagebauen

Prof. Dr. Stefan Klinski, Professor für Wirtschaftsrecht, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) hat einen rechtswissenschaftlichen Vermerk „zur verfassungs- und europarechtlichen Zulässigkeit eines gesetzlichen Kohleausstiegs“ verfasst und veröffentlicht. Hier wird auch die viel diskutierte Zusammenhang zwischen Kraftwerken und Tagebauen behandelt. Sein Ergebnis: Nur wo die Ausnutzung bestandskräftig zugelassener Hauptbetriebspläne (in der Regel Zwei-Jahres-Scheiben des Abbaus) unmöglich gemacht würde, wären Entschädigungen zu zahlen. Auf Grundlage von Rahmenbetriebsplänen (d.h. für den gesamten Tagebau) wären nur vorbereitende Maßnahmen auszugleichen – und das auch nur, soweit diese bereits erfolgt sind, und ohne den Einschluss etwaiger Gewinne. Eingriffe in bestandskräftige HBPs lassen sich in einem Kohleausstiegsgesetz leicht vermeiden und Entschädigungen für vorbereitende Maßnahmen wären um Größenordnungen geringer als die von der Kohlenwirtschaft und ihren Lobbyisten verbreiteten Zahlen.

Der Rundbrief als pdf

„Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!“ Breites Bündnis ruft zu Doppel-Demonstration in Köln und Berlin am 1. Dezember auf

Unter dem Motto „Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!“ werden am Samstag, 1. Dezember 2018, zeitgleich in Köln und in Berlin viele Tausend Menschen demonstrieren. Ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen ruft drei Wochen vor der Weltklimakonferenz in Polen (COP24) und kurz vor dem Abschlussbericht der Kohle-Kommission zum Protest auf. „Wir müssen die Erderhitzung stoppen und den sozialverträglichen Kohleausstieg schnell und kraftvoll beginnen“, heißt es im Aufruf. „Die Bundesregierung, die in der internationalen Klimapolitik einmal Antreiberin war, droht endgültig zur Bremserin zu werden.“

In Berlin versammeln sich Demonstrantinnen und Demonstranten um 12 Uhr vor dem Kanzleramt, um gegen das Versagen der Bundesregierung im Klimaschutz zu protestieren. In Köln, vor den Toren des größten Braunkohlereviers Europas, startet die Demonstration an der Deutzer Werft und führt von dort zum Dom und zurück.

Nach dem Hitzesommer und „Hambi bleibt“ geht es um den Wendepunkt im Klimaschutz. Zu den zentralen Forderungen der Demonstration gehören daher die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, eine faire Unterstützung für die am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder und ein gesetzlicher Fahrplan für einen schnellen Kohleausstieg, mit dem das Abkommen und die nationalen Klimaziele eingehalten werden. Dazu verlangen die Organisatoren die schnelle Abschaltung der Hälfte der Kohlekraftwerks-Kapazitäten in Deutschland, den sofortigen Stopp aller Pläne für neue Kohlekraftwerke und Tagebaue sowie die zielgerichtete Unterstützung der Beschäftigten in den betroffenen Kohle-Regionen.

Zum Trägerkreis gehören neben den größten Umweltorganisationen BUND, WWF, NABU, NaturFreunde Deutschlands mit ihren Jugendorganisationen, die Klima-Allianz Deutschland, Greenpeace, Germanwatch, Brot für die Welt, Misereor und Campact.

Demonstration „Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!“: 1.12. 12 Uhr Köln, Deutzer Werft (Route zum Dom u.z.) 1.12. 12 Uhr Berlin, Kanzleramt www.klima-kohle-demo.de

Bündnis „Alle Dörfer bleiben!“ gegründet

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Liebe alle,

Sonntag haben fünf Menschen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung (Leute von ausgeco2hlt, laag und Klimacamp im Rheinland) zusammen mit 18 Anwohner*innen aus dem Raum Garzweiler (aus Grubenranddörfern und von der Abbaggerung bedrohte Dörfern) das Bündnis „Alle Dörfer bleiben!“ gegründet. Wir freuen uns sehr, denn nach dem vorläufigen Dämpfer für den Tagebau Hambach gilt es nun, den Tagebau Garzweiler zu stoppen, nicht nur aus Klima-Perspektive, sondern auch weil dort immer noch fünf weitere Dörfer zwangsumgesiedelt werden sollen!

Das Bündnis geht aus den regelmäßigen Vernetzungstreffen von Klima-Bewegten und Anwohnenden hervor, die von der AG Lokales des Rheinland-Camps angestoßen wurden. Es soll nicht auf den Garzweiler-Raum beschränkt bleiben, sondern idealerweise alle Braunkohlereviere in Deutschland umfassen. Die domain www.alle-dörfer-bleiben.de ist bereits reserviert, eine Homepage ist in Planung.

Für den Garzweiler-Raum plant Alle Dörfer bleiben! für die nächste Zeit:

  • Samstag, 10.11.: Wald und Dorf-Spaziergang in Keyenberg mit Michael Zobel, Eva Töller und Anwohnenden
  • 24.11.: Input zur rechtlichen Situation von Umsiedlungsbedrohten (nur für Betroffene!), voraussichtlich in Keyenberg
  • 08.12.: Stand auf dem Wintermarkt in Holzweiler
  • 23.03.2019: Sternmarsch der Dörfer nach Keyenberg

Wir haben auch die Arbeitsgruppen Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit und Prozess gegründet. Wir würden uns freuen, wenn noch Leute darin mitarbeiten würden. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass für das Vertrauen zu den Dorf-Bewohner*innen Verlässlichkeit und Kontinuität sehr wichtig sind, also bitte überlegt Euch gut, ob Ihr stabil einige Kapazitäten habt. Wenn dem so ist, antwortet auf diese Mail. Es gibt extrem spannende politische Arbeit außerhalb der linken Blase zu tun – und wenn wir diese Arbeit gut machen, werden die Dörfer neben dem Hambi das nächste große Symbol des Braunkohlewiderstands.

#AlleDörferbleiben!

Podiumsdiskussion zum Kohleausstieg mit Gästen aus Kolumbien und Russland

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Die Klima-Allianz Deutschland, urgewald und MISEREOR laden Sie und Euch zu einer Podiumsdiskussion in Berlin ein.

Am 6. November 2018 diskutieren im Langenbeck-Virchow-Haus. Luisenstraße 58-59, 10117 Berlin, Raum „Rudolf Virchow“ – 2. OG ab 18:30 Uhr Gäste aus Kolumbien und Russland, zwei Herkunftsländern der in Deutschland genutzten Steinkohle, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft über die Verantwortung Deutschlands und die Chancen eines Kohleausstiegs.
 
Folgende Podiumsteilnehmer*innen werden über menschenrechtliche Verantwortung und die Notwendigkeit eines kompletten Kohleausstiegs diskutieren:

· Sindy Paola Bouriyu, Wayúu, Vertreterin der vom Bergbau betroffenen indigenen Gemeinde Provincial aus Kolumbien
· Vladimir Slivjak, Vertreter der russischen Umweltorganisation Ecodefense
· Frank Schwabe, MdB (SPD)
· Sebastian Rötters (urgewald)

Begrüßung: Dr. Christiane Averbeck, Klima-Allianz Deutschland
Moderation: Kathrin Schroeder (MISEREOR)

Wir freuen uns wenn Sie und Ihr dabei seid, mitdiskutiert und im Vorfeld die Einladung in euren Netzwerken weiter leitet!
Anmeldungen bis zum 5.11.2018  bitte unter: marie-jose.mueller@misereor.de

Vielen Dank und herzliche Grüße
Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme

 

Misereor, urgewald, Klima-Allianz Deutschland

Lausitzer-Kohle-Rundbrief vom 28. Oktober 2018

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Rundbrief vom 26. Oktober 2018

1. Pilgern für Klimagerechtigkeit: am 9. November von Cottbus nach Jänschwalde!

2. Anmeldefrist für Pilger-Übernachtungen verlängert

3. #Proschimbleibt – Aktion und Diskussion am 31. Oktober

4. Kohlekommission beschließt Zwischenbericht

5. Nur mäßiges Mitleid mit den Ministerpräsidenten

6. Nachtrag zum LEAG-Sponsoring

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1. Pilgern für Klimagerechtigkeit: Fr, 9. November von Cottbus nach Jänschwalde!

Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führt am 9. November von Cottbus aus zum Kraftwerk Jänschwalde und weiter in das gleichnamige Dorf. Wir würden uns freuen, dabei alle zu treffen, die sich den Zielen des Pilgerwegs verbunden fühlen! Denn gerade in diesen Wochen ist es wichtig, klare Signale für Klimaschutz auch in der Lausitz zu senden. Klimagerechtigkeit heißt Kohleausstieg – so lassen sich die Forderungen zusammenfassen, mit denen die Pilger seit dem Start am 9. September in Bonn quer durch Deutschland laufen und die sie bis zum Weltklimagipfel nach Katowice tragen wollen.

Am Freitag, dem 9. November beginnt der Pilgertag um 9 Uhr vor der Cottbuser Oberkirche, wo die Teilnehmer mit einem Reisesegen verabschiedet werden. Unterwegs werden sie Halt machen am Tagebau Cottbus-Nord, um an das verschwundene Dorf Lacoma zu erinnern und am Nachmittag mit einer Aktion vor dem Kraftwerk Jänschwalde. Wer noch nicht gleich am Morgen dabei sein kann, kann vor dem Kraftwerk am Bahnhof Peitz-Ost gegen 14:45 Uhr dazustoßen (Züge 14:06 Uhr ab Cottbus oder 14:18 Uhr ab Guben)

Wer sich noch kurzfristig entscheidet, den ganzen Tag mitzupilgern sollte auf 20 Kilometer Wanderung eingestellt sein und etwas Mittagsverpflegung dabei haben. Wegen der guten Bahnanbindung von Jänschwalde können Tagespilger leicht wieder nach Hause zurückkehren oder zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in der Region nutzen.

Am nächsten Tag brechen die Pilger dann um 8:30 Uhr auf, und werden auf dem Weg nach Guben die Folgen des Großtagebaues Jänschwalde erleben, aber auch die vor der Abbaggerung gerettete Kirche in Kerkwitz besuchen. Die Gubener Kirchengemeinde lädt zudem zu einem Stop am Deulowitzer See ein.

Www.klimapilgern.de

2. Anmeldefrist für Pilger-Übernachtungen verlängert

Nicht nur am 9. November, sondern eine ganze Woche sind die Klimapilger durch das Lausitzer Kohlerevier unterwegs. Da an den Stationen des Pilgerweges noch einzelne Übernachtungsplätze frei sind, wurde die Anmeldefrist für die Woche in der Lausitz auf den 28. Oktober verlängert.

3. #Proschimbleibt – Aktion und Diskussion am 31. Oktober

181011 proschim drohne DJI 0015Am 31. Oktober 2018 treffen sich im vom Braunkohletagebau bedrohten Dorf Proschim Kritiker der Abbaggerung zu einer symbolischen Aktion für den Erhalt des Dorfes und diskutieren anschließend mit kompetenten Gästen über den Strukturwandel im Kohlerevier.

Unter dem Titel „Strategien für den Strukturwandel in der Lausitz entwickeln“ veranstalten ab 14 Uhr die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg und die GRÜNE LIGA Cottbus eine Gesprächsrunde im Proschimer Kulturhaus.

Dort können alle Interessierten aus der Region ins Gespräch kommen mit Hannelore Wodtke (Grüne Zukunft Welzow, Mitglied der Kohlekommission des Bundes), Daniel Häfner (Lehrbeauftragter für sozialwissenschaftliche Umweltfragen an der BTU Cottbus-Senftenberg) und Jörg Staude (Journalist). Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann vom RLS-Regionalbüro Lausitz moderiert die Veranstaltung und wird versuchen, gemeinsam mit den Teilnehmenden, Ansätze für eine von unten kommende und lokal spezifische Strategie für den Strukturwandel zu sammeln.

• 11:00 Uhr: Andacht zum Reformationstag in der Proschimer Kirche

• 12:00 Uhr: symbolische Aktion für die Zukunft des Ortes

• 14:00 Uhr: Gesprächsrunde „Strategien für den Strukturwandel in der Lausitz entwickeln“

Treffpunkt und Veranstaltungsort ist das Proschimer Kulturhaus, Welzower Str. 53, 03119 Proschim

(Foto: vorn Ställe, Biogasanlage und Mühlenmuseum, im Hintergrund Tagebau Welzow-Süd, ideengruen.de)

4. Kohlekommission beschließt Zwischenbericht

Am Donnerstag hat die Kohlekommission in Berlin ihren ersten Zwischenbericht beschlossen. Die Bundesregierung hatte die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ beauftragt, bis Ende Oktober bereits Vorschläge zur Gestaltung des Strukturwandels in den Braunkohlerevieren vorzulegen, bevor bis Dezember ein Plan für den Kohleausstieg in Deutschland diskutiert sein soll.

Laut Presseberichten fiel der Beschluss zum Zwischenbericht einstimmig, nachdem bis zum späten Nachmittag diskutiert wurde. Zu den Empfehlungen gehören demnach der Ausbau von Bahntrassen und schnellem Internet. Neu entstehende Abteilungen von Bundesbehörden sollen künftig vorrangig in den Braunkohlerevieren angesiedelt werden. Finanzschwache Kommunen sollen beim Aufbringen der Eigenanteile für Förderprojekte unterstützt und Forschungsinstitute angesiedelt werden.

Den Geldbetrag für die Hilfen des Bundes an die Regionen lässt das Papier offen, er wird erst im Zusammenhang mit den Klimaschutzmaßnahmen von der Kommission empfohlen: „Die finanzielle Absicherung des Strukturwandels muss die klimapolitischen Eingriffe in die Energieerzeugung angemessen berücksichtigen.“ – so formuliert es zumindest der Entwurf des Zwischenberichtes, der trotz der vereinbarten Vertraulichkeit im Vorfeld der Sitzung durchgestochen und in zahlreichen Zeitungen zitiert wurde. Im Klartext: Für mehr Klimaschutz gibt es auch mehr Geld. Oder wie die BILD-Zeitung vom 12. Oktober den Kommissionsvorsitzenden nach der Sitzung in der Lausitz zitierte: „Sie glauben doch nicht wirklich, dass alles so bleiben kann wie es ist, und wir bezahlen Ihnen Strukturhilfen dafür…“ Für diese Botschaft braucht man allerdings gar keine Quelle, die aus der geschlossenen Sitzung plaudert – jeder kann sich das selbst aus dem von der Bundesregierung formulierten Auftrag an die Kommission herleiten.

Die Endfassung des Zwischenberichts mit allen am Donnerstag noch gemachte Änderungen ist noch nicht veröffentlicht, damit dürfte aber innerhalb den nächsten zwei Wochen zu rechnen sein.

5. Nur mäßiges Mitleid mit den Ministerpräsidenten

Im Vorfeld der Sitzung der „Kohlekommission“ hatten die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Kohleländer am 19. Oktober in die Bundespressekonferenz geladen, um die Forderungen von 60 Milliarden Euro vom Bund für den Strukturwandel in den Braunkohleregionen aufzumachen und gleichzeitig keinerlei Beschleunigung des Kohleausstieges zuzugestehen.

Bei der Welzower Stadtverordneten Hannelore Wodtke, Vertreterin der Lausitzer Tagebaubetroffenen in der Kohlekommission, kritisierte die Aktion als fortgesetztes Störfeuer gegen die Kommissionsarbeit: „Die Position der Länder ist hinlänglich bekannt. Zudem sitzen sie in der Kommission mit Rederecht am Tisch. Jede Woche vor der Presse eine Show hinzulegen, ist nicht sonderlich hilfreich. Wenn die Länder nicht jahrelang den Kohleausstieg verschlafen hätten und den Strukturwandel ernsthaft angegangen wären, bräuchte es keine Kommission der Bundesregierung.“ Erst beim Besuch im Lausitzer Revier am 11. Oktober hatten sich die Ministerpräsidenten Woidke und Kretschmer penetrant in den Vordergrund gedrängelt und die Kommissionsmitglieder in der Öffentlichkeit zu Statisten degradiert.

Unter dem Titel „Bloß kein Mitleid“ kommentierte die Märkische Oderzeitung vom 20. Oktober: „Doch das Mitleid ist nicht angebracht. Denn nachdem Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt es einfach verpennt haben, Konzepte für die Zeit nach der Braunkohle zu entwickeln, machen ihre Ministerpräsidenten nun in ihrer Panik genau das Falsche. Anstatt den Menschen die Wahrheit zuzumuten, anstatt ihnen zu sagen, dass ein Kohleausstieg unvermeidlich ist und man nun in einer gemeinsamen Kraftanstrengung Alternativen aufbauen muss, tun sie so, als ließe sich das Ende des fossilen Brennstoffs hinauszögern.“

6. Nachtrag zum LEAG-Sponsoring

Nachdem wir im Rundbrief vom 8. Oktober 2018 die vierzigfach überhöhte Angabe zum Sponsoring der LEAG in der Lausitz im „Märkischen Boten“ kritisiert hatten, hat die Zeitung zwischenzeitlich doch noch reagiert. Allerdings erst nach einem offenbar vom Kohlerundbrief angeregten Leserbrief, den sie am 13. Oktober veröffentlichte – vielen Dank an den engagierten Briefschreiber!

Der Rundbrief als pdf

Protest-Camp in Kerpen-Manheim in der Nacht geräumt + „Massive Eskalation von Seiten der Polizei“

Pressemitteilung vom 25.10.2018, 9.53 Uhr

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Kerpen-Buir 25.10.2018

Das Protest-Camp in Manheim, in dem ab heute mehrere Tausend Ende Gelände Aktivist*innen unterkommen sollten, ist in der Nacht von der Polizei geräumt worden. Über 100 Menschen setzten sich vor die Zelte, um die Räumungsarbeiten zu verhindern und mussten darum ihre Personalien abgeben. Auch RWE-Kräfte beteiligten sich an den Räumungsarbeiten.

Die Organisator*innen hatten gestern begonnen, auf einem Sportplatz Zelte aufzubauen, ohne eine Genehmigung für diese Fläche zu haben. Dieser Entscheidung gingen wochenlange intensive Verhandlungen um einen geeigneten Camp-Ort voraus. Die Polizei hatte Ende Gelände zuletzt eine Fläche bei Jülich zugewiesen, die die Veranstalter*innen wegen der großen Entfernung vom Tagebau Hambach für ungeeignet halten.

Karolina Drzewo, Pressesprecherin von Ende Gelände, wertet die Räumung als weiteren schweren Eingriff in die Versammlungsfreiheit nach dem Verbot der Großdemonstration am 6.10.

„Diese nächtliche Räumung ist eine massive Eskalation von Seiten der Polizei“, sagt Karolina Drzewo, „RWE und die Landesregierung wollen unseren legitimen Protest gegen die klimaschädliche Braunkohle verhindern. Wer die Rede von Armin Laschet auf der Demo der IG BCE gehört hat, den wundert das nicht: Laschet ist ein verbohrter Kohle-Lobbyist. Mit dieser Landesregierung wird es keinen Fortschritt in Richtung Klimaschutz geben.“

Tausende Menschen sind zur Zeit auf dem Weg ins Rheinischen Braunkohlerevier. Sie alle sind entschlossen, die Kohle-Infrastruktur rund um den Tagebau Hambach zu blockieren und damit für Klimagerechtigkeit und einen sofortigen Kohleausstieg einzutreten.

„Wir hätten gerne ein Camp gehabt, das geordnet und strukturiert ablaufen kann“, sagt Karolina Drzewo weiter. „Das hat die Polizei nun verhindert. Aber wir lassen uns nicht aufhalten, wir werden zelten.“

„Letztes Jahr während des Klimagipfels in Bonn haben wir hier am Tagebau Hambach gemeinsam mit Menschen aus den pazifischen Inseln protestiert“, sagt Selma Richter, Pressesprecherin von Ende Gelände. „Wenn wir den Braunkohle-Abbau nicht stoppen, verlieren sie ihre Kultur und ihre Lebensgrundlagen – wie Millionen von anderen Menschen auch. Solange ihre Stimmen in der Kohlekommission nicht gehört werden, wird dieses Gremium kein brauchbares Ergebnis hervorbringen.“