Stopp Datteln 4! Für Klimagerechtigkeit weltweit

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Protestiert mit Ende Gelände am 17. Mai 2020 gegen das Steinkohle-Kraftwerk! Kommt zur Kundgebung vor Datteln 4!

 

Kundgebungsorte: „Zur Seilscheibe“ sowie „Im Löhringhof“ in 45711 Datteln: https://tinyurl.com/yd6wkgtc

Zeit: Sonntag, 17. Mai 2020 von 12.00 bis 13.30 Uhr

 

Die Corona-Pandemie hat vermeintlich die Themen Gesundheit und Solidarität in aller Munde geholt. Doch bei Uniper, dem Konzern der Datteln 4 betreibt, heißt es Business as usual:

Am 20. Mai spricht die Aktionärsversammlung über die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerkblocks, völlig ungeachtet der Klimakrise! Die Aktionäre schauen auf ihre Profite und schweigen über die Blutkohle, die dafür u.a. aus Kolumbien importiert wird. Die Pandemie ist für die Menschen in den Abbauregionen eine weitere Katastrophe, da die Wasser- und Gesundheitsversorgung durch den Bergbau bereits fatal ist.

 

Bei Ende Gelände heißt es aufgrund der Corona-Pandemie nicht Business as Usual: Wir müssen unseren Protest angesichts dieser Missstände jetzt erst recht auf die Straße tragen – mit Abstand und Verantwortung! Wir haben deshalb zwei Kundgebungen mit je 60 Personen vor dem Kraftwerk angemeldet. Kommt und zeigt mit uns: Stop Datteln 4! Werden wir mehr, machen wir das, was wir am besten können: kreativ den sofortigen Kohleausstieg fordern. Bringt also Schilder und Kreide mit, mit denen ihr alternativ spazieren gehen könnt.

 

Ihr könnt nicht zur Kundgebung kommen? Nutzt das Internet und eure Social Media Kanäle um zu fordern, dass das Kraftwerk nie ans Netz gehen darf! Kurz vor der Jahreshauptversammlung wird außerdem die Webserie „Still Burning“ veröffentlicht. Lernt in dieser den Widerstand der Menschen in Russland und Kolumbien kennen!

 

Zeigt am Sonntag, dass wir das Klima und unsere Zukunft schützen! Lasst uns vor der Aktionärsversammlung deutlich machen, dass endlich auch die Gesundheit der Menschen im Kuzbass, in La Guajira und Cesár geschützt werden muss! Stoppt Datteln 4!

 

Infos zur Anreise:

Es wird aus Infektionsschutzgründen keine gemeinsame Anreise geben. Wir bitten euch, eure Anreise individuell und verantwortungsvoll zu gestalten und die Corona Schutzmaßnahmen zu beachten.

10. Mai 2020, 6 Jahre Wald statt Kohle, 6 Jahre Sonntagsspaziergang, 6 Mahnwachen am Hambacher Wald

HambiBleibt

Liebe Wald- und Naturschützer*innen, Pressevertreter*innen, Mitmenschen…

 

Sonntag, 10. Mai 2020, Muttertag, Wald statt Kohle, 73 Monate Sonntagsspaziergang im und am Hambacher Wald – das Jubiläum…   natürlich corona-kompatibel

 

kein klassischer Spaziergang, stattdessen sechs(!) Mahnwachen…

 

einmal 80, fünfmal 20 Teilnehmer*innen sind zugelassen!

 

Nach dutzenden von Telefonaten mit den unterschiedlichen Akteuren und den diversen Behörden steht jetzt fest:

 

Wir werden da sein, wir werden sicht- und hörbar sein.

 

Corona geht irgendwann vorbei, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, die Vertreibung von Menschen, das Ausradiern von Heimat, der dramatische Klimawandel und die Lügen der Konzerne und vieler Entscheider gehen unvermindert weiter.

 

Deshalb gilt: Wir machen weiter, es ist nötiger denn je.

 

Die Bagger stehen vor dem Hambi, es wird um den Wald herum gebaggert, sie stehen vor Keyenberg, vernichten gerade aktuell Lützrath, es werden weiterhin unumkehrbare Tatsachen geschaffen, obwohl Kraftwerke und Wirtschaft heruntergefahren sind und eine neue Leitentscheidung angekündigt ist.

 

Wegen der aktuellen Lage ist ein „normaler“ Waldspaziergang nicht möglich.

 

Deshalb: Sonntag, 10. Mai 2020, 6 Jahre Waldspaziergang, Jubiläum am Muttertag für Mutter Erde, Wald und Dörfer bleiben – RWE auf Abstand halten, 6 Mahnwachen zum Schutz von Wald und Dörfern

 

Hinaus zum 10. Mai, hinaus zum Muttertag, natürlich corona-kompatibel…

 

Mahnwachenstandorte siehe Karte, Beginn vor Ort jeweils 12.00 Uhr

 

Auflagen:

 

– unverbindliche Auflage von uns – bitte in rot gekleidet kommen. Und rote Bänder, Krepppapier an Stöcken o. ä. mitbringen, sie sollen vor Ort bleiben…

 

– auch Zollstöcke können sehr hilfreich sein

 

– Teilnahme NUR mit Anmeldung, info@zobel-natur.de

 

– unbedingt an die Anweisungen unserer Ordnder*innen halten

 

– im Sinne der Corona-Schutzverordnung Mindestabstand von 1,50m auf dem Weg zu/von/an den Mahnwachen

 

– Mahnwache an der BUND-Wiese max. 80 Teilnehmer*innen

 

– andere Mahnwachen max. 20 Teilnehmer*innen

 

– damit rechnen, dass Anwesenheitslisten mit persönlichen Daten geführt werden müssen, bitte eigene Stifte mitbringen

 

– im Sinne kommender Aktionen und Demonstrationen bitte an die Anweisungen vor Ort halten

 

– es DÜRFEN Nasen- und Mundschutz getragen werden

 

– Parkmöglichkeiten in Morschenich und in Manheim, Ordner*innen werden vor Ort sein

 

– Flugblätter dürfen nicht verteilt werden, können aber von Besuchern mitgenommen werden

 

– sollten Auflagen nicht eingehalten werden, muss der jeweilige Versammlungsleiter die Versammlung abbrechen

 

– wir setzen auf gute Kooperation mit den Behörden und freuen uns auf einen ganz besonderen Muttertag

 

aktuelle Informationen zu Sonntag und mehr auf www.naturfuehrung.com

 

 

 

bis Sonntag,

 

Eva Töller, Michael Zobel, Antje Grothus, Todde Kemmerich und viele Unterstützer*innen

 

 

Michael Zobel

Naturführer und Waldpädagoge

www.naturfuehrung.com

info@zobel-natur.de

Lausitzer-Kohle-Rundbrief vom 04. Mai 2020 Brunicowy Rozglěd

Bundeskontaktstelle Braunkohle des Netzwerkes GRÜNE LIGA

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Rundbrief vom 4. Mai 2020

1. EPH-Gesellschaft soll Erneuerbare auf LEAG-Flächen entwickeln

2. „Qualifizierter Ausgabestop“ und keine Bonuszahlungen bei der LEAG

3. Die AfD steht mit der Sehnsucht nach dem Tagebau Welzow-Süd II alleine da

4. Tagebauflutung: Wasserspiegel im „Cottbuser Ostsee“ sinkt offenbar

5. In eigener Sache

Der Rundbrief als pdf

 

 

EPH-Gesellschaft soll Erneuerbare auf LEAG-Flächen entwickeln

Im LEAG-Mitarbeiternewsletter vom 27. April 2020 findet sich ein doppelt bemerkenswerter Artikel: Mehr oder weniger deutlich wird den Lausitzer Braunköhlern eine Bewerbung bei der 2019 gegründeten EP New Energies GmbH (EPNE) empfohlen. Unklar ist aber, ob sich die LEAG-Eigner mit dieser Firmengründung vor Tagebaufolgekosten drücken wollen.
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„Qualifizierter Ausgabestop“ und keine Bonuszahlungen bei der LEAG

Die schon seit Jahren immer strengeren Sparvorgaben beim Lausitzer Tagebaubetreiber erreichen in der Corona-Krise einen neuen Höhepunkt. Im Mitarbeiternewsletter der LEAG vom 27. April wurde ein „Qualifizierter Ausgabenstop“ bekanntgegeben.
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Die AfD steht mit der Sehnsucht nach dem Tagebau Welzow-Süd II alleine da

Die AfD-Fraktion beantragte im Brandenburger Landtag, die EU-Löschflugzeugstaffel nicht am Flugplatz Welzow, sondern an einem anderen Brandenburger Flugplatz einzurichten, um unter dem Welzower Flugplatz weiter Braunkohle abzubaggern. Politiker aller anderen Parteien distanzierten inzwischen sich von dem Antrag.
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Tagebauflutung: Wasserspiegel im „Cottbuser Ostsee“ sinkt offenbar

Cottbus, 27. April 2020. Seit Anfang April ist der Wasserstand im Cottbuser See offenbar gesunken. Die GRÜNE LIGA sieht große flache Tagebauseen als im Klimawandel nicht verantwortbar an. Während der Tagebaubetreiber LEAG am 1. April den Füllstand mit 41 % angegeben hatte, liegt er lauf der Internetseite des Unternehmens aktuell wieder bei 40 %, obwohl in der Zwischenzeit Grundwasser aus der Umgebung und ca. 100.000 Kubikmeter Spreewasser in den See geflossen sind.

„Große flache Tagebauseen sind mit der nötigen Anpassung an den Klimawandel unvereinbar. Sollte der Wasserspiegel in diesem April wirklich durch Verdunstung gesunken sein, wäre das dramatisch. Denn der geplante riesige Flachwasserbereich ist noch gar nicht entstanden. Er wird in Trockensommern ein Vielfaches an Wasser verdunsten als die bisher gefüllten Bereiche.“ erklärt René Schuster von der GRÜNEN LIGA.
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In eigener Sache

Aktuell stellen wir den Rundbrief und unsere Internetseite technisch etwas um. Der eine oder andere Text wurde bisher erst veröffentlicht, wenn der gesamte Rundbrief fertig war. Das ändert sich nun. Zudem haben wir die Menüführung auf der Homepage verändert. Für Texte aus der Anfangszeit des Widerstandes gegen neue Tagebaue haben wir ein „Archiv“ eingerichtet. Wir bitten um Verständnis, dass manche Inhalte erst im Laufe der nächsten Tage aktualisiert werden.

Postanschrift

Umweltgruppe Cottbus e.V.
Straße der Jugend 94, 03046 Cottbus

Telefon: +49 (0151) 14420487

Internet: www.kein-tagebau.de
E-Mail: umweltgruppe@kein-tagebau.de

Unterstützen Sie uns

IBAN: DE17 4306 0967 1145 3769 00
BIC: GENODEM1GLS

Verwendungszweck „Lausitzer Kohle“

Zukunft des Hambacher Waldes gefährdet

Pressemitteilung der Initiative Buirer für Buir vom 15. April 2020

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RWE-Revierkonzept und Kiesgruben bedrohen neben dem Wald die Lebensqualität in Buir und zerstören Strukturwandelpläne der Stadt Kerpen

Detaillierte Recherchen der Initiative Buirer für Buir zeigen, dass das Zusammenwirken der RWE-Planung mit vorhandenen, bereits genehmigten und geplanten Kiesgruben nördlich von Buir zu ei­ner prekären Lage des Hambacher Waldes führen und die Menschen in Buir massiv beeinträchtigen wird. Nach einer enttäuschenden Antwort auf das erste Schreiben von Anfang Februar ließ die Initia­tive in einem zweiten Brief dem zuständigen Minister Prof. Dr. Pinkwart neben einer Einladung nach Buir auch einen Forderungskatalog zukommen.

„Es ist empörend, wie mit den Menschen, die wegen der tagebaubedingten Verlegung der A4 und vieler weiterer Belastungen im Umfeld des Tagebaus bereits erhebliche Einbußen ihrer Lebensqua­lität hinnehmen mussten, umgegangen wird“, so Andreas Büttgen, Vorsitzender des Vereins. „Die RWE-Planung ist für sich alleine schon untragbar – dass quasi durch die Hintertüre mit den Kiesgru­ben aber fast vollständig der Raum zwischen Wald und Buir zerstört und uns statt Zukunftsperspek­tiven Lärm und Dreck ins Haus kommen, ist völlig inakzeptabel.“

Am 17. Januar hatte RWE-Chef Schmitz Journalisten die zukünftige Tagebauplanung vorgestellt. Daraufhin hatten die Aachener Nachrichten den Hambacher Wald als Insellage inmitten des Tage­baus skizziert. Nach einer deutlichen Kritik veröffentlichte der Wirtschaftsminister am 20. Januar 2020 eine Skizze, die dem Revierkonzept entspricht. Recherchen der Initiative belegen nun, dass die fast vollständige Insellage des Hambacher Waldes faktisch planerische Realität wird, wenn das Revierkonzept und die Kiesgrubenplanungen umgesetzt werden.


Quellenverzeichnis der markierten Flächen 1-5

1       „Information der RWE Power AG an die NRW-Landesregierung über die Anpassung der Planungen für das Rheinische Revier“ https://www.group.rwe/unser-portfolio-leistungen/rohstoffe-energietraeger/braunkohle/neues-revierkonzept 
2+3  Regionalplan Köln, Teilplan Nichtenergetische Rohstoffe (Lockergesteine). Erster Planentwurf, Januar 2020, Karte2_Blatt2_BM-DNost-Kwest https://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung03/32/regionalplanung/ueberarbeitung/teilplan_nichtenergetische_rohstoffe/erster_planentwurf_2020/index.html
4     Regionalplan Köln, Teilplan Nichtenergetische Rohstoffe (Lockergesteine). Erster Planentwurf, Januar 2020, Anhang E1: Prüfbogen_Abgrabungs-interessen, Bezeichnung: 109-BM-0 https://www.bezregkoeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung03/32/regionalplanung/ueberarbeitung/teilplan_nichtenergetische_rohstoffe/erster_planentwurf_2020/index.html
5    Regionalplan Köln, Teilplan Nichtenergetische Rohstoffe (Lockergesteine). Erster Planentwurf, Januar 2020, Anhang E2-Prüfbogen_Suchräume, Bezeichnung: S-39-KKS-1 https://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung03/32/regionalplanung/ueberarbeitung/teilplan_nichtenergetische_rohstoffe/erster_planentwurf_2020/index.html

Nach Auskunft der Be­zirksregierung Arnsberg betrifft die mit ⑤ gekennzeichnete Fläche zwar ein Abgrabungsinteresse aus dem Jahr 2002, das nicht mehr weiterverfolgt worden sei. Es stellt sich allerdings die Frage, warum es in den Unterlagen der Bezirksregierung Köln noch immer verzeichnet ist und ob eventuell vorgesehen ist, die Planungen wieder aufzunehmen.

Die Initiative bittet Minister Pinkwart ausdrücklich, zeitnah die Belange der Menschen in Buir zu berücksichtigen – idealerweise in einem gemeinsamen Gespräch in Buir mit Bezug zur räumlichen Herausforderung.

„Wir erwarten, dass die Landesregierung die Sorgen und Nöte der Anwohner ernst nimmt und sich jetzt vor Ort für die verheerenden Folgen der RWE-Planung interessiert und diese nicht 1:1 als Grundlage der neuen Leitentscheidung übernimmt“ so Büttgen weiter. Auch der Rhein-Erft Kreis und Kerpen seien gefordert, ergänzt Antje Grothus: „Die Stadt und Kreis müssen sich jetzt für die Lebensqualität im jahrelang vernachlässigten Ortsteil Buir einsetzen und die flächenvernichtende RWE Revierplanung, die Potentialflächen für einen nachhaltigen Strukturwandel in Kerpen zerstören würde, zurückweisen“. Unter Berufung auf einen Artikel in der Fachzeitschrift „Bergbau“ (Heft 9, 2018, S. 392f.) weist die Initiative Behauptungen des Tagebaubetreibers, die Abgrabung von erheblichen Gesteinsmassen im Raum Manheim auf einer Fläche so groß wie 560 Fußballfelder sei notwendig, um die Böschungen im Tagebau Hambach zu stabilisieren, als unhaltbar zurück.

zum Brief an Minister Pinkwart

 

Fridays for Future Aachen: Aktionen in Aachen am 24.04.2020

22.04.2020

Pressemitteilung

FridaysForFuture

Da wir am globalen Streiktag von Fridays for Future aufgrund des Coronavirus keine Demonstrationen stattfinden lassen wollen, um Verantwortung in unserer Gesellschaft zu übernehmen, haben wir uns als Ortsgruppe Aachen Gedanken zu alternativen Aktionen gemacht.

Um mögliche Ansteckungsgefahren zu minimieren, rufen wir dazu auf, Demonstrationsschilder zu basteln und zu einer unserer Sammelstellen zu bringen. Wir legen alle gesammelten Plakate am Elisenbrunnen aus, sodass sich ein buntes Gesamtbild ergibt.

Dabei ist es wichtig, dass keine weitere Interaktion stattfindet, sondern nach Abgabe des
Plakates direkt weitergegangen wird. Ebenfalls wichtig ist, dass ein Mindestabstand von 1.5 m zu allen beteiligten Personen eingehalten wird. Ordner*innen vor Ort werden darauf achten und bei Verstößen erneut darauf Hinweisen.

Es werden Menschen von Fridays for Future Aachen mit Mundschutz und Handschuhen von 10-12 Uhr an den folgenden Sammelstellen anzutreffen sein:
– Ferberpark am Basketballfeld
– Ponttor
– In der alten- In der alten Vaalserstraße vor dem Fußballplätze
– Parkplatz beim Wohnheim in der Hainbuchenstraße
– Vor dem Eingang zum Tierpark
– Bühne im Kennedypark

Am Elisenbrunnen können von 13 – 19 Uhr Demonstrationsplakate abgelegt werden.
Wichtig: Wer Symptome zeigt oder positiv getestet und noch nicht nachgewiesen gesund ist bleibt bitte zu Hause !

Wir fordern alle Teilnehmer*innen dazu auf, keine weiten Strecken mit Bus/Bahn zurück zu legen um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Alternativ können alle, die zu Hause bleiben müssen, ihre Straßen mit Kreide bemalen und so Aufmerksamkeit auf die Klimakrise zu lenken.

Außerdem startet am 24.04. um 12 Uhr der Livestream auf dem YouTube Channel von Fridays for Future Deutschland, in dem die Aktion in Aachen auch eine Zeit lang zu sehen sein wird.

Bilder von unseren Aktionen können gerne unter den Hashtags #ac2404 und #fighteverycrisis in den sozialen Medien geteilt werden.

Pressesprecherinnen:
Clara Heuermann: +49 1577 0495594
Hannah Lindlar: +49 179 6648519
E-Mail: aachen@fridaysforfuture.de

Globaler Kohleausstieg: Nutzen überwiegt Kosten

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

23.03.2020

PIK Potsdam

Mit mehr als einem Drittel der weltweiten Emissionen ist die Kohleverbrennung nicht nur die wichtigste Einzelquelle von CO2, sondern beeinträchtigt auch in erheblichem Maß die öffentliche Gesundheit und die biologische Vielfalt. Trotzdem ist der weltweite Ausstieg aus der Kohleverbrennung nach wie vor eines der dicksten politischen Bretter. Stichhaltige ökonomische Argumente, warum sich der Aufwand lohnt, liefern jetzt neue Computersimulationen eines internationalen Forscherteams: Erstens zeigen sie, dass die Welt nicht unter der 2-Grad-Grenze bleiben kann, wenn wir weiterhin Kohle verbrennen. Zweitens überwiegen die Vorteile eines Ausstiegs aus der Kohleverbrennung die Kosten dafür deutlich. Drittens greifen die positiven Effekte eines Ausstiegs zumeist unmittelbar und direkt vor Ort – was die Umsetzung politisch attraktiv macht.

„Wir befinden uns im 21. Jahrhundert und hängen noch immer stark von der Verbrennung von Kohle ab – das macht sie zu einer der größten Bedrohungen für unser Klima, unsere Gesundheit und die Umwelt. Deshalb haben wir beschlossen, die Argumente für einen weltweiten Ausstieg aus der Kohleverbrennung umfassend zu prüfen: Rechnet sich der Ausstieg? Die kurze Antwort lautet: Ja, bei weitem“, sagt Leitautor Sebastian Rauner vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Für ihre Computersimulationen betrachteten die Forscher nicht nur die Stromerzeugung, sondern alle Energiesektoren, einschließlich Verkehr, Gebäude, Industrie und Landwirtschaft.

„Wir stellen fest, dass die Menschheit auf der Grundlage der derzeitigen Klimaverpflichtungen aller Länder im Rahmen des Pariser Abkommens bisher nicht auf dem Weg ist, die globale Erwärmung unter 2 Grad zu halten. Wenn jedoch alle Länder den Kohleausstieg einleiten würden, kämen wir dem Ziel weltweit um 50 Prozent näher. Für kohleintensive Volkswirtschaften wie China und Indien würde ein Ausstieg aus der Kohle die Lücke bis 2030 sogar um 80-90 Prozent schließen.“

Die Forscher entwickelten eine Computersimulation, die die Auswirkungen des Kohleausstiegs besonders umfassend beleuchtet. So bezieht sie nicht nur die Auswirkungen der Kohleverstromung selbst vom Förderschacht bis zum Kraftwerksschlot ein, sondern untersucht auch, wie sich der Kohleausstieg auf die verbleibenden Energieträger und das Energiesystem als Ganzes auswirken würde. Neu ist, dass erstmals auch die Schäden an Mensch und Umwelt, die Kohleverbrennung verursacht, in Geld ausgedrückt und so mit den Kosten für den Klimaschutz vergleichbar werden: „Insbesondere haben wir zwei Arten von Umweltkosten betrachtet: Die Kosten für die menschliche Gesundheit, maßgeblich verursacht durch Atemwegserkrankungen, und den Verlust an biologischer Vielfalt, gemessen an den Kosten für die Renaturierung derzeit bewirtschafteter Flächen. Die Kosten des Klimaschutz wiederum bestehen hauptsächlich aus einem möglicherweise verringerten Wirtschaftswachstum und zusätzlichen Investitionen in das Energiesystem.“

Kohleausstieg: global ein netto Einsparungseffekt 

„Die Kosteneinsparungen durch verringerte Schäden an Gesundheit und Ökosystemen überkompensieren die direkten wirtschaftlichen Kosten eines Ausstiegs aus der Kohleverstromung deutlich. Im Jahr 2050 sehen wir eine netto Ersparnis von etwa 1,5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung – das sind 370 Dollar für jeden Menschen auf der Erde“, erklärt Gunnar Luderer, Leiter der Energieforschungsgruppe am PIK und Professor für Globale Energiesystemanalyse an der Technischen Universität Berlin. „Dieser Effekt stellt sich schon mittelfristig ein. Insbesondere in Indien und China könnte den Großteil dieser Vorteile bereits 2030 spürbar werden, erklärt Luderer.

China und Indien decken einen Großteil ihrer Energienachfrage mit Kohle, beide leiden unter massiver Luftverschmutzung, die durch die hohe Bevölkerungsdichte noch verstärkt wird. Auch das hohe Bevölkerungswachstums in Indien und die zunehmend gefährdete alternde Bevölkerung Chinas spielen hier hinein. Genau wegen dieser Faktoren würden die Menschen hier die positiven Auswirkungen eines Kohleausstiegs fast unmittelbar in ihrem täglichen Leben spüren, so die Forscher. „Das hat sehr bedeutende politische Auswirkungen: Für die Bürgerinnen und Bürger einer indischen oder chinesischen Millionenmetropole macht es einen großen Unterschied, welche Luft sie atmen, und für die Bauern, wie intakt die Ökosysteme sind. Diese Vorteile sind direkt und vor Ort spürbar“, sagt Sebastian Rauner. „Es gibt also einen doppelten Anreiz für die politischen Entscheidungsträger: Erstens ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Ausstieg aus der Kohleförderung die Unterstützung der Bevölkerung und schließlich Wahlen gewinnen kann. Zweitens: Es lohnt sich für Staaten, aus der Kohle auszusteigen, auch wenn Nachbarländer das nicht tun.“

Kohleausstieg als Chance 

„Der Ausstieg aus der Kohle könnte daher ein Weg aus der so genannten ,Tragödie der globalen Gemeingüter‘ sein“, fügt Nico Bauer, Mitautor und ebenfalls am PIK, hinzu: „Der Ausstieg aus der Kohle hilft bei der globalen Klimaherausforderung und bei der Linderung der lokalen Umweltverschmutzung. Regierungen sollten in internationalen Klimaverhandlungen den Kohleausstieg als eine günstige Möglichkeit erkennen, die globalen Treibhausgasemissionen erheblich zu reduzieren und gleichzeitig im eigenen Land enorme Vorteile zu erzielen. Unsere Studie zeigt, dass nationale und globale Interessen nicht notwendigerweise Gegensätze sind, sondern Hand in Hand gehen können.“

Vor dem Hintergrund der anstehenden Aktualisierung der national festgelegten Beiträge des Pariser Abkommens (der so genannten nationally determined contributions, NDCs) kommentiert Co-Autor Gunnar Luderer: „Unsere Studie unterstreicht die Vorteile eines globalen Kohleausstiegs – zum Wohle unseres Planeten und unserer Gesundheit. Doch wichtig ist: Der Ausstieg aus der Kohle muss durch weitere ehrgeizige klimapolitische Maßnahmen flankiert werden, um einen „lock-in“ bei anderen fossilen Brennstoffen wie Öl oder Erdgas zu vermeiden.“

Artikel: Sebastian Rauner, Nico Bauer, Alois Dirnaichner, Rita Van Dingenen, Chris Mutel, Gunnar Luderer (2020): Coal exit health and environmental damage reductions outweigh economic impacts. Nature Climate Change [DOI: 10.1038/s41558-020-0728-x]

Weblink zum Artikel: https://www.nature.com/articles/s41558-020-0728-x

Frühere Forschungen des PIK zum Thema:

  • Gunnar Luderer, Michaja Pehl, Anders Arvesen, Thomas Gibon, Benjamin L. Bodirsky, Harmen Sytze de Boer, Oliver Fricko, Mohamad Hejazi, Florian Humpenöder, Gokul Iyer, Silvana Mima, Ioanna Mouratiadou, Robert C. Pietzcker, Alexander Popp, Maarten van den Berg, Detlef van Vuuren, Edgar G. Hertwich  (2019): Environmental co-benefits and adverse side-effects of alternative power sector decarbonization strategies. Nature Communications [DOI: 10.1038/s41467-019-13067-8], unsere Pressemitteilung dazu hier
  • Michaja Pehl, Anders Arvesen, Florian Humpenöder, Alexander Popp, Edgar Hertwich, Gunnar Luderer (2017): Understanding Future Emissions from Low-Carbon Power Systems by Integration of Lice Cycle Assessment and Integrated Energy Modelling. Nature Energy [DOI: 10.1038/s41560-017-0032-9]

Kontakt für weitere Informationen:
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle
Telefon: +49 (0)331 288 2507
E-Mail: presse@pik-potsdam.de
Twitter: @PIK_Klima
www.pik-potsdam.de

Klimakosten sind am geringsten, wenn die Erwärmung auf 2°C begrenzt wird

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

27.01.2020 (Sperrfrist abgelaufen)

PIK Potsdam

Die Klimakosten sind wahrscheinlich am geringsten, wenn die globale Erwärmung auf höchstens 2 Grad Celsius begrenzt wird. Das auf der Basis naturwissenschaftlicher Erkenntnisse politisch ausgehandelte Klimaziel des Paris-Abkommens ist also auch das wirtschaftlich sinnvolle, so zeigen jetzt Potsdamer Forscher in einer neuen Studie. Mit Hilfe von Computersimulationen mit einem Modell des US-Nobelpreisträgers William Nordhaus vergleichen sie Klimaschäden, etwa durch zunehmende Wetterextreme oder sinkende Arbeitsproduktivität, mit den Kosten der Verringerung des Treibhausgasausstoßes. Interessanterweise stellt sich heraus: Das kosteneffizienteste Niveau der globalen Erwärmung ist tatsächlich dasjenige, welches mehr als 190 Nationen als Pariser Klimaabkommen vereinbart haben. Bislang reichen die von den Staaten weltweit versprochenen CO2-Reduktionen jedoch nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen.

„Um das wirtschaftliche Wohlergehen aller Menschen in diesen Zeiten der globalen Erwärmung zu sichern, müssen wir die Kosten der Klimaschäden und die Kosten des Klimaschutzes gegeneinander abwägen“, sagt Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der New Yorker Columbia University, der das Forscherteam leitete. „Wir haben viele gründliche Tests mit unseren Computern durchgeführt. Und wir haben festgestellt, dass sich die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 2°C, wie sie im wissenschaftlich fundierten, aber natürlich vor allem politischen Prozess auf dem Weg zum Paris-Abkommen 2015 vereinbart worden ist, tatsächlich als wirtschaftlich optimal erweist. Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zeigen alle in eine Richtung: Null Emissionen in 2050. “

 

Streben nach wirtschaftlichem Wachstum

 

Klimapolitische Maßnahmen, etwa das Ersetzen von Kohlekraftwerken durch Windräder und Solarzellen oder die Einführung von CO2-Preisen, ziehen wirtschaftliche Kosten nach sich. Dasselbe gilt für Klimaschäden. Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen verringert die Schäden natürlich deutlich; aber bisher wurden die beobachteten temperaturbedingten Verluste in der wirtschaftlichen Produktion selbst bei der Berechnung wirtschaftlich optimaler Politikpfade nicht wirklich berücksichtigt. Genau das haben die Forscher nun getan. Sie speisten die aktuelle Forschung zu wirtschaftlichen Schäden, die durch die Auswirkungen des Klimawandels verursacht werden, in eines der renommiertesten Computersimulationssysteme ein, nämlich in das vom Wirtschaftsnobelpreisträger William Nordhaus entwickelte und in der Vergangenheit für die Politikberatung in den USA verwendete Dynamic Integrated Climate-Economy-Model. Die Computersimulation ist darauf trainiert, nach Wirtschaftswachstum zu streben.

 

„Es ist bemerkenswert, wie robust die Temperaturgrenze von 2°C ist. Sie kommt bei praktisch allen von uns berechneten Kostenkurven heraus“, sagt Sven Willner, ebenfalls vom PIK und einer der Autoren der Studie. Die Forscher untersuchten in ihrer Studie eine Reihe von möglichen Unsicherheiten. Sie berücksichtigten zum Beispiel, dass Menschen heutigen Wohlstand gegenüber künftigem Wohlstand vorziehen, aber ebenso, dass kommende Generationen ihren Konsum nicht verringern müssen. Das Ergebnis, dass die 2°C-Grenze das ökonomisch kosten-effizienteste ist, zeigte sich über den gesamten Parameterraum und auch für die gesamte Bandbreite möglicher Klima-Sensitivitäten, die die Unsicherheit in den Klimaprojektionen widerspiegelt.

 

„Der Welt gehen die Ausreden für‘s Nichtstun aus“

 

„Da wir die Temperatur des Planeten bereits um mehr als ein Grad erhöht haben, erfordert eine Begrenzung auf 2°C schnelles und grundlegendes globales Handeln“, sagt Levermann. „Unsere Analyse basiert auf der beobachteten Beziehung zwischen Temperatur und Wirtschaftswachstum –  aber es könnte zusätzliche Auswirkungen geben, die wir noch nicht vorhersehen können. Veränderungen in der Reaktion von Gesellschaften auf Klimastress, insbesondere ein Aufflammen schwelender gewaltsamer Konflikte oder das Überschreiten von Kipppunkten für kritische Elemente im Erdsystem könnten die Kosten-Nutzen-Analyse weiter verändern – in die Richtung, dass noch dringender gehandelt werden muss.

 

„Der Welt gehen die Ausreden zur Rechtfertigung des Nichtstuns aus – all diejenigen, die bisher gesagt haben, dass eine Klimastabilisierung zwar schön wäre, aber zu teuer ist, können nun sehen, dass es in Wirklichkeit die ungebremste globale Erwärmung ist, die zu teuer ist“, erklärt Levermann. „Business as usual wird unmöglich. Entweder schaffen wir eine CO2-freie Wirtschaft, oder wir lassen die globale Erwärmung die Kosten für Unternehmen und Gesellschaften weltweit in die Höhe treiben.“

Artikel: Nicole Glanemann, Sven N. Willner, Anders Levermann (2020): Paris Climate Agreement passes the cost-benefit text. Nature Communications. [DOI 10.1038/s41467-019-13961-1]

 

Weblink zum Artikel, sobald er veröffentlicht ist: http://dx.doi.org/10.1038/s41467-019-13961-1